Peter Baltes

LA VIDA BUENA

Teoría crítica del vivir

ISBN 9972-603-16-4 ?

Lima: Universidad del Pacífico. 1999/2015

Contenido

Parte 1

- Introducción: Prof. Dr. Jorge Wiesse

- Texto de la primera edíción, 1999, corrigido eventualmente

Parte 2

- Explicacion de la teoría

- Práctica de la teoría mediante ejemplos

- Glosario (de la 1. edición)

-  Bibliografía (de la 1. edición)

Explicación de la teoría

Unser Leben, unsere Lebenswelt versteht am tiefsten, wer sie als ein Gefüge aus Kräften auffasst (Theorie des Visismus). Kräfte verursachen oder lösen die Probleme des Lebens. NEWTON (1687) erkannte bereits, wie alle Kräfte ein zusammenhängendes System bilden, HEGEL (1812), dass in diesem System die naturgegebenen Kräfte wechselseitig wirken. KANT (1785) belegte, dass sich der Mensch aus den naturgegebenen Kräften auch lösen kann, mit Hilfe seiner Vernunft, er kann neue Kräfte erfinden und sie in seiner Lebenswelt zur Wirkung bringen. Die Gleichberechtigung aller Menschen im Anspruch auf ein gutes Leben hat er auf diese Weise bestimmt und gesetzt.

Das gemeinsam gute Leben ist daher das Maß, mit dem die Theorie alle Kräfte erkennt, ordnet, bewertet. Sie legt offen, dass es insbesondere Gesundheit, Liebe, Freiheit und materiale Kraft (etwa Geld)  sind, die gutes Leben ausmachen. Nachhaltig glücklich kann nur sein, wer diese Kräfte für sich und andere zu positiver Wirkung bringt - mit Hilfe von Bildung und (Selbst-) Erziehung.

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Wie die Theorie entstanden ist

Das Studium der amerikanischen Geschichte, speziell ihres spanischen Teils, überzeugt, eine Philosophie zu entwerfen, die nicht nur im Theoretischen bleibt, sondern auch Instrumente, Werkzeuge anbietet, individuell wie gesellschaftlich gerechtfertigte Ziele zu erreichen. So wird sie dem Anspruch des Menschen gerecht, da sie ihm Weg und Mittel zeigt, sein gutes Leben zu verwirklichen.

Seit dem Kategorischen Imperativ des genialen Philosophen Immanuel Kant (1785) war es den Humanwissenschaften wie den gebildeten Schichten einsichtig, dass grundsätzlich jeder Mensch Anspruch auf ein gutes Leben hat. Kant konnte dies naturgegeben nicht beweisen, aber belegen, dass nur die Erkenntnis der Gleichberechtigung aller Menschen einer denkenden Intelligenz, der Vernunft würdig ist.  Doch Theorie und Realität, sie näherten sich nur allmählich an. Der Theorie, hier der Moral, widerstrebte die grundsätzliche Eigenschaft des Menschen, das eigene gute Leben über das der anderen zu stellen.

Über die ursprüngliche Zielsetzung hinausgehend, die für den hispanischen Teil  eine Theorie der Zukunft in Gleichberechtigung entwickeln wollte, ist durch Abstraktion schließlich eine universell gültige und zukunftsfähige  Philosophie entstanden. Die fundamentale Erkenntnis: Als Ergebnis seiner Evolution charakterisiert den Menschen der Eigennutz, einmal notwendig, weil er primär seiner Existenzsicherung dient, dann aber auch potenziell überschüssig, wenn er sich rücksichtslos, in unserer Welt der begrenzten Ressourcen, auf Kosten anderer auslebt.

Doch ist der Mensch in der Lage, aufgrund seiner in der Natur einmaligen Intelligenz, über die eigennützige Existenzsicherung hinaus zu handeln, er vermag nach Existenzerweiterung zu streben, etwa in Kultur und Technik.  Er erfindet so die Gleichberechtigung aller Menschen, aus ihr abgeleitet die so genannten Menschenrechte. Es ist daher Aufgabe der (Selbst-) Bildung, eine hinreichende Lebenstechnik zu vermitteln, die sowohl Existenzsicherung wie auch Existenzerweiterung ermöglicht, und es ist Aufgabe der  (Selbst-) Erziehung), den naturgegeben rücksichtslosen Egoismus in einen sozial verträglichen Eigennutz umzuformen, der dem gemeinsam guten Leben gerecht wird.

Mit Dankbarkeit erkenne ich, dass mir die Entwicklung dieser Theorie nicht möglich gewesen wäre ohne die Hilfe und Unterstützung - in Studium, eigener Forschung und schließlich universitärer Lehre - durch hervorragende Wissenschaftler der Universidad Católica del Perú, der Universität Trier in Deutschland, einschließlich engagiert mitdenkender Studierender, schließlich der Universidad del Pacífico in Lima.

Entwicklungsschritte in der Theorie, belegt durch Publikationen

Die Theorie entwickelte ich wesentlich an der Universität Trier in Deutschland.

1978

Peter Baltes: Modell des Handelns. Universität Trier. Fachbereich I. Frankfurt: Deutsche Bibliothek.

Themen: der Mensch als Ergebnis der Evolution, Der Eigennutz als Grundkraft des Lebens. Existenzsicherung und Existenzerweiterung, Verhalten und Handeln, Ziel/Iststand/Approximation, die Handlungsstruktur nach PARSONS.

1984

Peter Baltes & Projektgruppe EHB: Modell der Handlungsberatung, Universität Trier, Fachbereich I, Berichte und Studien Nr. 11.

Erweiterung des Ansatzes um die Themen: Handeln im Feld der Wechselwirkungen, mutuelles Handeln nach KANT, Beratung als Prozess in Theorie und Praxis.

1986

Peter Baltes & Projektgruppe EHL: Modell der Bildung. Universität Trier, FB I, Berichte und Studien Nr. 18.

Erweiterung um die Themen: Verlaufsschritte im Handeln (ZAPORE-Modell),  Leben im Kräfte-System, Bildung durch Argumentation, Typisierung der Adressaten jeder Kommunikation, Theorie und Praxis der "mutuellen" Bildung.

1991

Peter Baltes: Existentielles Handeln. Modelle guten Lebens. Frankfurt: Lang Verlag.

ISBN 3-631-43646-7

Erweiterung um die Themen: Lebenskonzept, Selbstberatung, Hierarchie der Methoden im Kommunizieren: Reines Argumentieren, mutuelles Argumentieren, Modelllernen, Konditionieren, physikalisch/chemische Mittel. - Modelle des Produzierens/Konsumierens. Kritik des Kapitalismus, Begründung und Kritik der Sozialen Marktwirtschaft.

1993

Peter Baltes: Lebenstechnik. Eine kritische Theorie des Alltags. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.

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Grundgedanken der Theorie

Was in der Welt geschieht, hat eine Ursache und ist deren Wirkung. Was Ursache ist und Wirkung erzeugt, nennen wir eine Kraft. Theorie und Realität sind dann als zwei Kräfte aufzufassen. Die Theorie wirkt als Kraft auf die Realität, die Realität wirkt zurück und korrigiert, verbessert die Theorie. Die so verbesserte Theorie wirkt wiederum auf die Realität zurück - und vermag sie zu verbessern. Wir begreifen und gestalten unsere Welt daher am besten, wenn wir sie als ein Gefüge, als ein System aus Kräften definieren, die miteinander in Wechselwirkung stehen.

Im Buch LEBENSTECHNIK ist dargelegt und begründet, dass in der Welt des Menschen sechs fundamentale Kräfte zu unterscheiden sind: eigene Intelligenz/Vernunft, eigene Körperlichkeit, fremde Intelligenz/Vernunft, fremde Körperlichkeit, organische Umwelt, anorganische Umwelt. (Lebenstechnisch ist es nicht wesentlich, ob etwa Vernunft und Körperlichkeit tatsächlich getrennt existieren, sondern es dient dem guten Leben, wenn wir diese als unterscheidbar betrachten. Jeder erlebt, dass er seine Gefühle mit Hilfe der Vernunft steuern kann).

Fragen wir nach den jeweiligen Wirkungen dieser sechs Kräfte für das Leben, können wir strukturieren: eigene und fremde Intelligenz/Vernunft schaffen insbesondere die Kultur und die Gemeinschaft, in der sich jeder als Persönlichkeit entwickeln kann; die Körperlichkeit wirkt hingegen durch ihre Eigenschaften, etwa Organe, Gefühle, und durch Aktivitäten, etwa Bewegung; die organische  Umwelt insbesondere durch Tiere und Pflanzen, die anorganische durch Gegenstände, Landschaft, Klima.

Die Kräfte bilden eine Einheit (ein System nach KANT), in der alle Kräfte untereinander wechselseitig wirken. Diese Einheit von Kräften nennen wir, unter dem Gesichtspunkt des einzelnen Menschen, seine Lebensstruktur. In ihr bilden sich durch Wechselwirkungen der sechs genannten fundamentalen Kräfte fast unbegrenzt viele individuelle Kräfte, wie Kunst, Familie, Konsum, Gewicht, Produkt,  von denen sich vier als für das Leben besonders wichtig erweisen: Gesundheit, Liebe, Freiheit und materiale Kraft, etwa Geld. 

Das Wirken der Kräfte nimmt der Mensch als erwünschte oder unerwünschte Probleme wahr, als Probleme, die er selbst schafft, oder als Probleme, die auf ihn einwirken. Sie erfordern sein Verhalten, am besten aber sein bewusstes Handeln. Der Verlauf des Lebens ist folglich gekennzeichnet als eine Kette von Problemen, die wir zu lösen haben. Dabei gilt:

Jede Wechselwirkung kann ein Problem für unsere Existenz sein, für unsere Ziele  im "Lebenskonzept", weshalb wir uns dann mit ihm beschäftigen, am wirkungsvollsten durch eine Handlung unter den Gesichtspunkten: inhaltlich als Kraft unter allen anderen Kräften der Lebensstruktur (Kräfte, die entweder Bedingungen des Problems sind oder Mittel zu seiner Lösung), formal mit Hilfe von Methoden (z.B. Argumentieren), angewendet in den sechs Schritten jeder vollendeten Handlung (Z-A-P-O-R-E). Mit dieser Struktur, im Buch detailliert erläutert, sind grundsätzlich alle Probleme in der Lebenswelt des Menschen anzupacken.

Beispiel, sehr verkürzt: 

Problem: Tochter Josefa ist bereits 16 Jahre alt, doch lebt sie passiv vor sich hin. Die Schulnoten sind akzeptabel. Freundinnen hat sie. Doch ihre Mutter sorgt sich. Was soll aus Josefa werden? Wie kann sie helfen?

1. Zielfindung

Inhalt: Josefa soll einmal berufstätig sein und so begeistert und gut arbeiten, dass sie erfolgreich ist.

Charakteristische Methode bei der Zielfindung: Argumentation mit sich selbst.

2. Analyse

Inhalt: Musizieren, wie in der Familie üblich, hat ihr nicht zugesagt. Klavier, Flöte, Gitarre hat sie nacheinander begonnen, aber bald abgebrochen. Auch an Sport hat sie kein Interesse. Ihre beste Note in der Schule bekommt sie im Kunstunterricht. Auch malt sie gern.

Methode: Argumentation mit sich selbst.

3. Planung

Inhalt: In der Stadt gibt es eine große Antiquitätenhandlung, mit dem Schwerpunkt auf alten Möbeln und altem Schmuck. Ist das etwas für Josefa ?

Methode: Argumentation mit sich selbst.

4. Organisation

Inhalt: Die Mutter kauft im Geschäft nach und nach einigen Schmuck. Sie nimmt Josefa zu den Einkäufen mit. Sie bleibt stets einige Zeit dort, stöbert mit ihrer Tochter.

Methode: 1. Argumentation in der Kommunikation.  2. Modell-Lernen.

5. Realisierung

Inhalt: Schließlich fragt die Mutter an, ob Josefa in den Ferien im Geschäft ihr Schulpraktikum machen darf. Dies mit der ausdrücklichen Einschränkung, bei Unzufriedenheit beider Seiten nach einigen Tagen problemlos abzubrechen. Dies wird zugesagt und das Praktikum beginnt. Josefa arbeitet als Verkäuferin und ist auch mit für Ordnung und Sauberkeit zuständig.

Methoden: Argumentation,  Modelllernen, Konditionieren, physikalisch-chemische Prozesse.

6. Evaluation

Inhalt: Nach wenigen Tagen fragt die Mutter nach. Der Inhaber ist begeistert. Nach manchen Enttäuschungen mit anderen, so hat er sich eine Mitarbeiterin gewünscht. Auch Josefa ist glücklich. Die Mutter denkt weiter: Josefa soll nicht nur Verkäuferin werden, sie soll einschlägig studieren, Kunstgeschichte und zugehörige Sprachen, also Französisch und Italienisch. Wenn möglich, auch promovieren, mit dem Ziel Kunstsachverständige zu sein. Das deutet sie gegenüber Josefa an, bespricht mit ihr Ziele und Wege.

Methoden: Argumentation als Kommunikation. 

- Noch zwei Merkmale sind zu nennen:

a. Die Feinstruktur. Jeder Schritt, etwa  die Analyse, hat seine eigene Zielfindung, Analyse, Planung, Organisation, Realisierung, Evaluation, was bedeutet, dass jeder Schritt in sechs Schritte unterteilbar ist. Und so fort,  wenn notwendig. 

b. Die moralische Prüfung. Die "Lebenstechnik" belegt, dass in der Realität nur Approximationen, also Annäherungen an das Ideal möglich sind, hier der gleichberechtigte Anspruch der Tochter auf ein gutes, ein glückliches Leben. In der einfachsten Form heißt Moral deshalb, folge deinen Zielen ohne dir und anderen bewusst zu schaden.

Anwendungen der Theorie

geordnet mit Hilfe der im Buch erarbeiteten "Lebensstruktur"

Kultur

Verhalten nennen wir dann eine Handlung, wenn es auf Argumenten beruht. Handlungen sind nur dem Menschen möglich, Tiere und Pflanzen verhalten sich. Sollten wir etwa irgendwann auf außerirdische Lebewesen treffen, wären sie dem Menschen dann gleichberechtigt, wenn Argumenten zugänglich.

Religion und Glaube entziehen sich der naturwissenschaftlichen Argumentation. Naturwissenschaften können Gott daher weder beweisen noch seine Existenz widerlegen. Die verschiedenen Religionen bilden jeweils ein System aus Wundern, die man glauben kann oder auch nicht. Religionen sind so zu verstehen als mehr oder weniger unterschiedliche Versuche, eine Welten-Kraft (Gott) zu begreifen, auch in der Hoffnung auf Existenzsicherung nach dem Tode. (Zu streiten etwa, ob diese Welten-Kraft nun männlich oder weiblich ist,  sollte nur als Scherz gemeint sein).  

Es ist   jedoch zu bedenken: Ratten, durch ein Labyrinth gesteuert, begreifen diese Steuerung nicht. Der geistige Unterschied zwischen Ratten und Mensch ist jedoch fast unendlich kleiner als der zwischen Mensch und dieser Welten-Kraft, die Gott genannt wird. Was kann also der Mensch von dieser Kraft wissen?  Warum es Materie gibt, warum das genetische Material nach Erhaltung und Ausbreitung strebt, warum auf diese Weise der Mensch entstanden ist, warum folglich der Eigennutz zu einer unauslöschlichen Eigenschaft gehört, das kann letztlich kein Mensch beantworten. Insofern sind Religionen nur Menschenwerk, durchdrängt mit Eigennutz.

Für aufgeklärte Religionen bedeutet diese Unwissenheit, den Schwerpunkt auf die moralische Erziehung zu legen, also hin zur Gleichberechtigung aller Menschen, und auf Hilfen zum guten Leben auf Erden, also eine Kraft zu sein gegen die materielle und geistige Armut. Daraus folgt, dass Religionen, die von sich behaupten, im alleinigen Besitz der absoluten Wahrheit zu sein,  die Andersgläubige verfolgen oder ermorden, in unaufhebbarem Widerspruch zur kritischen Theorie der Lebenstechnik stehen. 

Wenn ein allgemein gültiger Gottesbeweis nicht gelingen kann, ist doch eine individuelle Lösung nicht unmöglich: Gott kann jeder Mensch erleben, als eine Kraft, die er zwar nicht begreifen, nicht verstehen kann, die aber auf sein Leben spürbar Einfluss nimmt.

Ein Beispiel: Eine Reise nach London, um die Übersetzung des Buches Lebenstechnik zu beschleunigen, blieb ergebnislos. Enttäuscht, niedergeschlagen, resignierend, weil aber so noch Zeit blieb, besuchte ich das British Museum. Wegen Renovierung wurden alle durch einen Nebeneingang in einen langen, kahlen Flur geschleust. An der Seite standen einige hüfthohe Vitrinen. Auf eine warf ich einen Blick. Ich sah als erstes eine alte englische Zeichnung, übersetzt "Blick von den Kaiserthermen in Trier auf das Kloster St. Matthias" und im Hintergrund einen kleinen Hügel, auf dem heute mein Haus steht. Wer das für reinen Zufall hält, der mag das tun. Mir war es ein Zeichen, das mir die Kraft gab, nicht aufzugeben. In der Wirkung zeigt sich die Kraft.

Der Mensch hat seit urdenklichen Zeiten nach der absoluten Wahrheit gesucht, gerade auch in den Wissenschaften. Seitdem wir wissen, Ergebnisse der Evolution zu sein, geformt durch das Prinzip, dass das wahr ist, was uns das Überleben/Exsistenzsicherung ermöglicht, hat solcher Relativismus der Wahrheit unser Denken zu bestimmen.

Ein Meteor, der auf der Erde zerbirst, alles im Umkreis zerstört, tut dies lautlos, wenn es keine Organe gibt, die sich so entwickelt haben, dass sie seine Kraft und ihre Wirkungen "hören" können. Oder: Eine Tomate erscheint uns rot, also reif, weil sich das für unser Leben als günstig erwiesen hat. Wer keine Farben wahrnimmt, ist existenziell im Nachteil. Für die Wissenschaften, etwa für die Philosophie, ergibt sich hieraus, dass alle nicht zum Menschen relativen Erkenntnisse, also als absolut und unabhängig behaupteten, nur noch Teil der Wissenschafts-Geschichte sein können.

Wahrheit existiert nur relativ zum Menschen. Das hat eine heutige Philosophie von SOKRATES, PLATON, ARISTOTELES, auch bis hin auch zu KANT  und HEGEL zu unterscheiden. Der Kategorische Imperativ von KANT (Handle nur so, dass es als allgemeines Gesetz gelten könnte), den wir durch das Prinzip der Existenzsicherung fassbarer gemacht haben, verdeutlicht das. Er kann in der Realität nur Approximation an das dem Menschen dienliche, moralische Wissen sein. Notlügen etwa, um einen Menschen zu retten, sind gerechtfertigt, anders also als es KANT behauptet.

Was die  Ethik von KANT zur einzigartigen, überlegenen, genialen macht ist ihre Basis, nämlich die Trennung in praktische und reine Vernunft. Die reine Vernunft betrachtet nicht das, was in der Welt tatsächlich existiert und passiert, sondern das, was wäre, wenn im Menschen nur die Vernunft als unveränderliche Kraft existierte. Dann hätte der Mensch keine Körperlichkeit mit ihren flüchtigen Gefühlen und unterschiedlichen Begabungen. Dann wären alle nur Vernunft - und dadurch gleich.

Der Kategorische Imperativ wird allerdings bis heute von den meisten seiner Kritiker als wirkungsloser "Formalismus" gewertet, da er keine einzelnen Probleme des Menschen als Inhalte nenne, doch erkennt der frei Nachdenkende seine wesentlichen Inhalte: Der Kategorische Imperativ wendet sich, erstens, nur an die Vernunft, also (vorerst ?) nur an Menschen; er wendet sich, zweitens, an alle Menschen ohne Unterschied. Der Kategorische Imperativ erkennt damit ein Recht, das für alle gleich ist, die Gleich-Berechtigung.

Alte Schriften zeigen, dass dieses fundamentale Recht bewusst war, es aber als Grundsatz dem Eigennutz der Mächtigen widersprach. So heißt es, nach M. Hattstein, schon um 2000 vor Christus in babylonischer Hymne: " Sieben Tage lang stellte sich die Sklavin der Herrin gleich, ging der Sklave neben seinem Herrn, schliefen in meiner Stadt Hoch und Niedrig Seite an Seite".  - Ob man das antike Griechenland, wo Frauen und Sklaven von der Gleichberechtigung ausgeschlossen waren, weiter als Geburtsland der Demokratie bewundern sollte, ist zu überdenken.)

Gerade darin besteht die revolutionäre Bedeutung des Kategorischen Imperativs, die ihn zum  zeitunabhängigen Maß macht, für Vergangenes (Die "großen" Alexander, Caesar, Napoleon sind zu bewerten als machtgierige, habgierige, gnadenlose Massenmörder), für Gegenwärtiges (Das Leben eines Menschen hat überall den gleichen Wert, ob am Kongo oder an der Themse) und für Zukünftiges (Nur Verteidigungskriege sind rechtmäßig).

Und ein Weiteres wird von der traditionellen Philosophie nicht hinreichend erkannt. Die Respektierung der Gleichberechtigung ist zwar eine Pflicht, und so - gefühlt negativ - wird der Kategorische Imperativ fast ausschließlich interpretiert. Er öffnet hingegen gerade auch Freiheiten und Chancen. Handle so, wie es deinen Bedürfnissen und Wünschen, deinem Lebenskonzept entspricht, vermeide aber, dir und anderen zu schaden. Das ist das allgemein verständliche, realitätsgerechte Gesetz der Gleichberechtigung.

Eines ist deshalb sicher: Selbst in unserer Zeit der verfallenden Religionen, des Verfalls der Hoffnungen auf einen gegebenen absoluten Lebenssinn, steht der Kategorische Imperativ wie ein unabhängiger Fels. Es ist weiterhin nicht alles erlaubt, und NIETZSCHE sah zu Unrecht den Nihilismus (Nichts mehr ist wahr) als zwingende Konsequenz des Unglaubens.

Gemeinschaft

Zu einem wesentlichen Merkmal der Evolution gehört, dass alles Lebendige, um sich zu erhalten und sein genetisches Material weitergeben zu können, eigennützig sein muss. Dies gilt auch für den Menschen, der jedoch von Geburt an hierzu auf die Gemeinschaft angewiesen ist. Da beides für den Menschen charakteristisch, muss Eigennutz in der Gemeinschaft ein Grundproblem sein. Erscheint daher eine von Menschen geschaffene Problemlage, etwa Kriege in oder zwischen Gemeinschaften, verworren und unverständlich, dann frage, wem die Problemlage nützt. 

Eigennutz ist notwendig, nur der überschüssige, der sich auf Kosten anderer durchsetzen will, ist schädlich. Habgier, Machtstreben, Intoleranz, Neid, Rachsucht bilden die Folgen solch rücksichtslosen Eigennutzes.  Die Gemeinschaft hat daher ihre Mitglieder zu kontrollieren und sanktionierend in die Schranken des gemeinsam guten Lebens zu verweisen.  (Im heutigen Irak herrschte vor über 4000 Jahren bereits ein Sozialreformer, Urukagina. Er nannte sich Beschützer der Witwen und Waisen, er verbot die Ausbeutung der Armen durch die Reichen, gewährte Steuererleichterung. Er war und blieb eine Ausnahme. Die Erkenntnis: Moral, das Sozíale vererbt sich nicht).

Da mit jedem Neugeborenen auch der Eigennutz neu zur Welt kommt, bleiben Kontrollen durch Erziehung, durch Selbstkontrolle, durch Gesetze unvermeidliche Eigenschaften der guten Gemeinschaft. Werden alle ihre Mitglieder in gleicher Weise kontrolliert, ist diese Gemeinschaft eine demokratische. (Weltweit gilt: Nicht die Menschen sind verschieden, sondern die je unterschiedliche Kontroll-Qualität ihrer Gemeinschaft.)

Ist die Gesellschaft eine demokratische, kommt dieser Staatsform allerdings auch die Aufgabe zu, überschüssiger Kontrolle zu wehren. Das unterscheidet, aus der Sicht der Bürger, Demokratien von Diktaturen. Überschüssig heißt hier eine Kontrolle, die dem gemeinsam guten Leben abträglich ist.

Die Demokratie setzt auf die Hoffung, dass aufgeklärte, gebildete Bürger in der Lage sind, mehrheitlich die ihnen gemäße Regierung zu finden, zu wählen oder abzuwählen. In den modernen Staaten mit entsprechender Bildung und Erziehung - und mit diesen Kräften in Wechselwirkung stehende Institutionen - kann sich daher die Demokratie als beste Approximation an das Ideal "Die Fähigsten regieren" bewähren.  

Damit zeigt sich auch das Grundproblem der Entwicklungsländer. Dem Übergang von despotischen Regierungen in demokratische fehlt generell die dazugehörige Bildung des Volkes. Demokratie muss von innen kommen, von außen lässt sie sich nicht erzwingen. Von innen, das ist ein sehr langwieriger, Generationen dauernder Prozess, dem am besten vorsichtige Schritte von der Despotie über Diktatur hin zur Demokratie gerecht werden.

Wer dagegen Demokratie von außen gewaltsam durchsetzen will, setzt sich den Argumenten aus, entweder "tumb" oder abhängig zu sein, aus polit-ökonomischen, aus religiösen Gründen. Wohl aus einer Gemengelage, die von allem etwas enthält, wenn auch mit unterschiedlichem Anteil und Gewicht. (Wie die Bomben der amerikanischen Militärs versagen, da sie Rache und Fanatismus eher verstärken, so ist es doch das vom amerikanischen Militär gegründete Internet, das weltweit den Nutzern zeigt, was Demokratie für ihr gutes Leben bedeuten könnte - und deshalb nachhaltig hoffen lässt.)

China scheint auf dem richtigen Wege zu sein. Dieser Vielvölkerstaat schafft es, auf seinem langen Marsch in die Demokratie, aus der Despotie über die Diktatur, in langen Zwischenschritten also, mehr und mehr dem gemeinsamen guten (demokratischen) Leben seiner Bürger näher zu kommen. Wirtschaftlich zeigt sich das in der Abkehr von der zentralen Planwirtschaft hin zur Marktwirtschaft und privatem Eigentum. Sozial zeigt sich das durch den fortschreitenden Aufbau eines Renten- und Gesundheitssystems für alle Bürger. China ist auf dem Weg in eine soziale Marktwirtschaft.

China zeigt auch, wie fragwürdig traditionelle Formen von Entwicklungshilfe sind. Wer arme Länder ein wenig kennt, in denen "Hilfsorganisationen" aus Industrienationen tätig sind, erkennt, dass diese Länder durchweg sich selbst helfen könnten, wären sie anders regiert. Unkontrollierter Eigennutz der Herrschenden in der Form von Macht- und Besitzgier hält die Bevölkerung dieser Länder arm. 

Der Oberschicht, aus der die Herrschenden durchweg stammen, kommt die für die Unterschicht kennzeichnende Wechselwirkung zwischen Armut und fehlender Bildung gelegen. Wer ungebildet ist, bleibt arm. Wer arm ist, dem fehlen die Mittel zur Bildung. (Wer für solche Länder Hilfe spendet, sollte wissen, dass sein Geld wahrscheinlich vergebens ist - zumindest an der Entwicklung des ganzen Volkes gemessen - und erfolgreicher für soziale Probleme in einer, seiner Demokratie verwendet wäre).

Was tun, wenn Kriege von außen in das Land zu tragen wirkungslos bis verheerend  ist, da das "befreite" Volk, zunächst und langfristig ungebildet, mit dem Ergebnis zu wenig anzufangen weiß. Die Regierung wechselt, nicht aber die grundsätzliche Unfähigkeit zur Demokratie. Die Zahl der Flüchtlinge hin in die Industriestaaten wächst  sogar weiter, da die trügerische, wahrscheinlich kurzlebige Freiheit in der entstandenen Unordnung sich so nutzen lässt.

Eher gilt: Nachhaltige Entwicklungshilfe kann durch politischen und wirtschaftlichen  Druck auf die dort Herrschenden entstehen. Solcher  Druck erzwingt eine moderne, demokratische Bildung und ermöglicht schließlich, allerdings in  mehr oder weniger ferner Zukunft, ein grundsätzlich gutes Leben für alle. Das ist die Fortsetzung der Kriege mit anderen, mit legitimen Mitteln. Allerdings wäre es einäugig zu übersehen, dass es dem Eigennutz der exportierenden Industriestaaten schwerfallen muss, den mit ihnen zunehmend konkurrierenden Entwicklungsländern tatsächlich und nachhaltig zu helfen.

 Jede Gemeinschaft braucht ein Wirtschaftssystem. Am besten funktioniert dieses - gemessen am gemeinsam guten Leben - wenn es auf der Marktwirtschaft basiert, da auf dem Markt der Eigennutz des Käufers auf den Eigennutz des Verkäufers trifft und so das Produkt und sein Preis wechselseitig ausgehandelt werden können. (Deshalb sollte jeder marktfähig sein, darin besteht die wirtschaftliche Aufgabe von Bildung und Erziehung).

Die Wirtschaftssysteme der unterschiedlichen Gesellschaften basieren also auf dem Eigennutz, auf dem Streben nach eigenem gutem Leben. Deshalb ist die gegenwärtige Weltwirtschaftskrise nur auf den ersten, auch gewollt oberflächlichen Blick eine finanzielle, eine Schuldenkrise. Die tiefer liegende Ursache ist das globale sich Annähern der Ansprüche an das gute Leben zwischen den Ländern und ihren Menschen, und als Folge das Verringern des Produktions- und damit Wohlstandsgefälles zwischen den Industrieländern und den Entwircklungsländern.

Die Wünsche und Bedürfnisse, deshalb auch die Kosten der Arbeit und der Produkte steigen in den Entwicklungsländern und damit auch die Preise ihrer Exporte in die bereits entwickelten Länder, die ihrerseits immer weniger mit ihren Produkten, wenn sie nicht noch technisch überlegen,  in den Entwicklungsländern nachgefragt sind. Es bildet sich mehr und mehr Gleiches zwischen den Nationen, den heute reichen zur Sorge, den armen zur Hoffnung.  

Marktwirtschaft, Kapitalismus oder Planwirtschaft? Das Lebensnotwendige ist das Produzieren von Gütern und ihr Konsum. Dazwischen steht das Geld als allgemeines Tauschmittel. Das Geld bildet folglich nur einen Teilbereich des wirtschaftlichen Geschehens. Doch wegen seiner Allgemeinheit kann das Geld - insbesondere als Papiergeld - sich als nahezu unabhängig vom Produzieren und Konsumieren auffassen und entsprechend frei handeln - als Kapital. Sein Markt, der Kapitalmarkt, ist daher in der Lage nahezu unabhängig von Zustand der Wirtschaft als Ganzes zu florieren und damit auch nahezu unabhängig von der Lebensqualität der Bevölkerung in ihrer Mehrheit. 

Im Kapitalismus stehen die Renditen der Kapitalbesitzer im Vordergrund, nicht aber die langfristig angelegte und wirkende Investition in eine produktive Bildung des gesamten Volkes. Denn zum Kapitalismus steht in Wechselwirkung die Politik. Der naturgegebene Eigennutz der mächtigen Kapitalbesitzer bevorzugt, dass politische Parteien schwach strukturiert sind, es ihnen an staatlicher Finanzierung fehlt, so dass im Wahlkampf ein Kandidat auf das finanzielle Wohlwollen großer Kapitalbesitzer angewiesen ist - wenn er denn nicht selbst zu diesen gehört. 

Dies bringt als Konsequenz die Gefahr einer Oligarchie mit sich, der Herrschaft der vermögenden Oberschicht, die von der Mehrheit der Bürger politisch nicht wirksam zu kontrollieren ist.  (Zur Erinnerung: In ihrem Eigennutz sind grundsätzlich alle Bürger gleich, ob reich oder nicht, aber die wechselseitige Kontrollkraft macht das real Demokratische aus). 

Eine übergreifende Wirkung des Kapitalismus zeigt sich etwa in der Außenpolitik. Auch hier gilt als entscheidender Wertmaßstab der nahezu unbeschränkte Eigennutz, das eigene Wohl. Es ist kennzeichnend, dass je nach aktueller politischer, wirtschaftlicher Interessenlage ein ausländischer Machthaber entweder mit einem Einreiseverbot geächtet ist - oder aber dieser umdefiniert als Verbündeter und Freund gefeiert wird.

Solch so genannter Pragmatismus beeinträchtigt das grundsätzliche Vertrauen in kapitalistisch organisierte Staaten. Auch dies belegt, dass der Kapitalismus nicht die gerechtfertigte Grund- und Wirtschaftsform einer Gesellschaft sein kann. Es fehlen ihm die Grundlagen, um als allgemeines System gemäß dem Kategorischen Imperativ zu gelten, also dem guten Leben aller Bürger zu dienen. Die Kraft zeigt sich auch hier in der Wirkung.

Dem gemeinsamen Anspruch der Menschen auf gutes Leben kann dagegen grundsätzlich die Marktwirtschaft gerecht werden, am besten als sozial bestimmte Marktwirtschaft. Diese umfasst als Marktwirtschaft das Produzieren, Konsumieren wie auch die Geldwirtschaft und - dem gemeinsamen guten Leben verpflichtet - auch die Bewältigung sozialer Probleme, insbesondere die  Existenzsicherung jener Individuen, die dafür nicht selbst sorgen können, denen es an Marktfähigkeit fehlt: Kinder, Kranke, Alte, Arbeitslose. Um den lebenstechnischen Vergleich der Konzepte Kapitalismus oder soziale Marktwirtschaft mit Hilfe der Statistik zu verdeutlichen und abzuschließen: Menschen, die in Deutschland zur Welt kommen,  leben einige Jahre länger als neugeborene US-Amerikaner.

Es darf nicht übersehen werden, dass eine soziale Marktwirtschaft kein starres Modell ist. Ihre konkrete Ausprägung und ihre Möglichkeiten sind von den jeweiligen Bedingungen in einer Gesellschaft abhängig. An Bedürftige kann nur verteilt werden, was an Überschüssen vorhanden ist. Nur der kann Steuern zahlen, der mehr hat als das, was für seine eigene Existenzsicherung notwendig ist. Je mehr Marktfähige es deshalb gibt, je mehr Wohlhabende, um so besser für die Nicht-Marktfähigen. 

Darüber hinaus: Die soziale Marktwirtschaft ist ökologisch notwendig, denn sie betrachtet auch die zukünftigen Menschen als gleichberechtigt und achtet daher auf Nachhaltigkeit. Die soziale Marktwirtschaft ist auch die beste Absicherung gegen die Risiken der Globalisierung, ist es doch ihr Ziel, jedem Bürger die Fähigkeit zu vermitteln, für seine eigene Existenzsicherung und Existenzerweiterung flexibel sorgen zu können. Derart ausgebildet ist er am ehesten fähig, auch in Zukunft durch Austausch seines geistigen oder materialen Produzierens und der Produkte seinem Streben nach gutem Leben gerecht zu werden.

Folgerungen: Die Globalisierung erzwingt die Ausarbeitung einer globalen Makroökonomie. Dabei gilt: - Alle Menschen, gleich wo sie leben, sind bei entsprechender Bildung grundsätzlich in der Lage, für ihr eigenes gutes Leben zu sorgen. - Alle Menschen, gleich wo sie leben, sind aber grundsätzlich eigennützig, deshalb wird dieser Realität nur die Marktwirtschaft gerecht. - Alle Menschen, gleich wo sie leben, sind tatsächliche oder potenzielle Sozialfälle. Daher ist eine soziale Marktwirtschaft die einzig gerechtfertigte globale Makroökonomie.

Damit stellt sich die Frage, warum die Ausformung als soziale Marktwirtschaft in Marktwirtschaften sogar behindert wird. Selbst in Deutschland, die Realität wohl bewusst missverstehend, wurde die Soziale Marktwirtschaft von zwei Seiten behindert, einmal von der sozialistischen Planwirtschaft, dann von denen, die sie in kapitalistisch gesteuerten Medien als schwache Form des Kapitalismus herabsetzten.

Auch hier zeigt sich der Eigennutz. Es ist einsichtig, dass kapitalistisch organisierte Unternehmen, die folglich durch Sozialabgaben und sozial orientierte Rechtsprechung wenig belastet sind, eine größere Chance besitzen, für ihre Besitzer hohe Gewinne zu erzielen. (Allerdings, historisch belegt, zum grundsätzlichen Nachteil der Arbeitnehmer. Erst der Zusammenschluss zu Gewerkschaften konnte - fast zweitausend Jahre nach Christus - dies ändern). Hinzu kommt: Wer große Gewinne mit geringen Steuerabgaben erreicht hat, bevorzugt, sich als gemeinnütziger Stifter und Wohltäter feiern zu lassen, denn anonym sozial bedingte Steuern gezahlt zu haben. Bestimmt in einer Gesellschaft die reiche Oberschicht, hat es das Soziale grundsätzlich schwer. 

Die Planwirtschaft, vor allem der marxistische Gegenentwurf zur freien Marktwirtschaft, insbesondere kapitalistischer Ausprägung, bedeutet die Steuerung der Wirtschaft eines Landes zentral und durch Funktionäre auf hierarchisch absteigenden Ebenen. Sie ist im Grunde ein sozial gedachtes Modell (sozusagen der reinen Vernunft), das in der Realität am individuellen Eigennutz der Menschen scheitern muss. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, mehr oder weniger gewaltsam schließlich, dieser Satz aus der Planwirtschaft widerlegt das eigene Modell der Gleichberechtigung. Wer kontrolliert den Eigennutz der Kontrolleure? In der marktwirtschaftlichen Demokratie sind dies im Grunde alle Wähler. Das Volk nennt sich souverain.

Deshalb schafft es auch der Markt in einer sozial orientierten Demokratie am besten, den Eigennutz zu steuern, am gemeinsam guten Leben orientiert. So gilt es zu bedauern: Die Revolutionen gegen Kapitalismus oder besitzende Oberschicht sind nahezu gekennzeichnet durch den  Rückgriff auf die Planwirtschaft, aus politischen Gründen der Macht und der Abgrenzung. Venezuela etwa wählte, insbesondere gegen die USA gerichtet, die Planwirtschaft und gleitet auch deshalb mehr und mehr in wirtschaftliche Schwierigkeiten ab.

Persönlichkeit

Vier Kräfte vor allen machen das gute Leben aus, wie beschrieben: Gesundheit, Liebe, Freiheit und Geld. Wer diese mit Hilfe von Bildung, Erziehung und schließlich Selbst-Erziehung umzusetzen weiß - und darf, hat beste Chancen, sein Lebenskonzept, also den von ihm entworfenen Lebenssinn zu realisieren. 

Beispiel: Ein neunzehnjähriger Tunesier wird von einem Homosexuellen überreichlich mit Geld versorgt, das er nachts in Alkohol, Prostituierte und Drogen umsetzt. Sein außerordentliches Talent als Kaufmann vernachlässigt er, zur Enttäuschung seiner Familie. Aber doch unzufrieden mit sich selbst hat er das Ziel, irgendwann eine etwa gleichaltrige Deutsche zu heiraten. Im Gespräch mit einem Freund seines Vaters fragt er um Beratung nach. Sehr verkürzt: "Nun, was hast du ihr zu bieten? Bleibst du gesund? Wirst du sie lieben können wie sie es erwarten darf? Gibst du ihr die Freiheit, die du dir selbst gibst? Hast du dann genug finanzielle Mittel? - Willst du dich weiterbilden, ihre Sprache lernen und entschlossen an einem gemeinsam guten Lebensstil arbeiten?"

Grundziele des Menschen sind seine Existenzsicherung und seine Existenzerweiterung. Evolutionär gesetzt ist die Existenzsicherung die stärkste Kraft in jeder Person, hingegen setzt die (kulturelle) Existenzerweiterung die Sicherung voraus. Das "finstere" Mittelalter etwa wurde in Europa von nordischen Völkern beherrscht, die aus Gebieten stammten, wo Existenzsicherung ihre Kräfte ausschöpfte. So blüht auch grundsätzlich die Moral in Kriegszeiten nicht. Wer unter Angst vor Bomben in Kellern und Stollen lebt, kümmert sich wenig um das Leben der anderen.

In unserer Welt der vielfach knappen Ressourcen und des Eigennutzes aller Menschen ist es für jedes Individuum grundsätzlich schwierig, gutes Leben zu erreichen. Es wird sich daher nachteilig auswirken, wenn ohne Plan in den Tag hinein gelebt wird. Ob es um attraktive Arbeitsstellen oder um attraktive Partner geht, es hat derjenige Vorteile, der seine Gegenwart und Zukunft durch ein durchdachtes Lebenskonzept gestaltet, durch ein Lebenskonzept,  mit dem er individuell und flexibel festhält, was er selbst muss, will, gerechtfertigt darf - und darauf stetig hinarbeitet.

Mit dem Lebenskonzept setzt jeder den individuellen Sinn seines Lebens, bestimmt diesen folglich weitgehend selbst. Die Existenzsicherung ist eine Vorgabe seiner Natur, die Existenzerweiterung hingegen hat er selbst in ihren Zielen zu entwerfen. So kommen im Lebenskonzept, im System aus den Zielen einer Person, sowohl Notwendigkeit wie auch relative Freiheit zusammen. Es gilt für unseren Lebensweg: Das Ende ist schrecklich, das dürfen wir verdrängen, aber um so mehr gilt es, den Weg zum Ende hin bewusst sinnhaft, lebenswert zu gestalten. 

Sich auf das Erreichen von eigenen, individuellen Zielen zu freuen, das macht das Glück aus. Große Ziele erreichen wir grundsätzlich in Schritten. Stufenweise, wie auf einer Treppe nähern wir uns ihnen. So wird bewusst, dass momentanes Glück nur besten Sinn hat, wenn es einen Mosaikstein im erstrebten Bild eines gelungenen Leben bildet, und Unglück leichter zu ertragen ist, wenn es das Mosaik nicht zertrümmert.

Es gelingen allerdings nur Approximationen. Um sie nahe am erdachten Ziel zu schaffen, bevorzuge man daher bewusst Bereiche und Ziele, die den eigenen besonderen Fähigkeiten entsprechen. Auf die berufliche Arbeit bezogen, ermöglicht das dann, so gut arbeiten zu können, dass man gerne dafür bezahlt wird.

In einer Welt des Eigennutzes sollte man kein abhängiger Satellit, sondern eine "Sonne" sein.  Es gilt daher, sein gutes Leben nicht von anderen Personen allein abhängig zu machen. Jeder lebe - als "Sonne" - auch sein eigenes Leben. Jedoch wird eine Partnerschaft eher stabiler sein, wenn die Lebensstrukturen möglichst viele Elemente gemeinsam haben. Kinder, überhaupt gemeinsame Projekte, sie stabilisieren die Partnerschaft.

Eine "Sonne" zu werden, das ist auch der Leitgedanke in der Erziehung und Bildung zum guten Leben hin.  Schon im Vorschulalter gilt, Existenzsicherung ist zwar die gemeinsame Basis, doch die Existenzerweiterung hat sich individuell zu entfalten. Gemeinsame Ordnung mag darunter leiden, aber Ordnung erleichtert nur das Leben, sie ist nicht der Sinn des Lebens. Unabhängigkeit, die Freiheit, nach eigenen Zielen zu leben, das macht inhaltlich das gute Leben aus und ist von Beginn an vorzubereiten, zu fördern. Alles was ein Kind, ein Heranwachsender bereits allein und gerechtfertigt kann, das ist ihm zu überlassen.

Eine "Sonne" zu sein, das war allerdings nie eine charakteristische Eigenschaft der Mehrheit. Seit Urzeiten suchten die Menschen sich einen Anführer, vor allem aus Gründen der Existenzsicherung, der sich dann über sie erhob, sie - seine eigene Existenz erweiternd - zu Untertanen machte, sie ausbeutete, in den Krieg und Tod schickte. Erst die Demokratie bringt die Chance mit sich, dass mehr und mehr "Sonnen" durch Bildung entstehen.

Einzelkämpfer, Außenseiter oder aber Mitglied in einem Netzwerk, also Mitglied in einem Kräfte-Verbund? Außenseiter sind freier, dadurch kreativer (Wie im Buch erklärt, unter dem Gesichtspunkt von reiner und praktischer Vernunft), aber häufig in ihrer Existenzsicherung gefährdet (Mozart war Außenseiter, Haydn im Netzwerk). Mitglieder in einem Netzwerk stützen sich gegenseitig (Existenzsicherung) und fördern sich (Existenzerweiterung). Sie beschränken aber auch, da die gemeinsame Zustimmung charakteristisch die Chancen des Besonderen, des Einmaligen mindert (Die Freunde Bruckners verschlimmbesserten seine Symphonien).

Schwerwiegend, immer unter dem Gesichtspunkt des gemeinsam guten Lebens, sind soziale und wirtschaftliche Netzwerke. Wirtschaftlich: Große Kapitalbesitzer vermögen, wie die globale Vergangenheit gezeigt hat, als Mitglieder eines Netzwerkes etwa die Währungen schwacher Staaten, die mehr importieren als exportieren, eigennützig zu manipulieren. Geballt verkaufen sie deren Währungen, was Abwertung zur Folge hat - um sie billiger zurückzukaufen, mit Milliardengewinn, aber die Armut des Landes vergrößernd. Spenden dann einzelne Mitglieder einige Millionen für soziale Zwecke werden sie in großen Medien als Wohltäter, gar als Philanthrop gefeiert. Das Netzwerk greift über das Finanzielle hinaus, was zur Folge hat, dass die Beschreibung solcher Netzwerke von ihnen zugeordneten Medien gerne als "Verschwörungstheorien" abgewertet werden.

Soziale Netzwerke schaffen gesellschaftliche Bedingungen,  positive und negative, wobei auch hier der individuelle Eigennutz, ob gerechtfertigt, also kontrolliert, oder nicht, der letzte Grund ist. Die gesellschaftlichen Bedingungen sind also sekundär, primäre Ursache ist der Eigennutz.

Eine Wirkung des Eigennutzes sind die Schichten in einer Gesellschaft., die unterschiedliche Lebenschancen eröffnen. Vor allem durchlässige Schul- also Bildungssysteme schwächen das Beharren auf der Trennung in Ober-, Mittel-, Unterschicht. Demokratien, insbesondere Republiken wirken hier zum Vorteil des gemeinsam guten Lebens. Der englische Kronprinz etwa äußerte noch Anfang des 21. Jahrhunderts seine entgegengesetzte Meinung, frei übersetzt: In welch schrecklicher Zeit wir doch leben, wo jeder alles werden kann.

Körperlichkeit

Ein Argument gegen den grundsätzlichen Eigennutz des Menschen ist die Bereitschaft von Wenigen, ihr Leben für Fremde zu riskieren. Warum wagt ein Feuerwehrmann sein Leben? In der nichtmenschlichen Natur ist dies gegenüber genetisch Fremdem unbekannt. Es hängt also im Kern mit der einmaligen Intelligenz des Menschen zusammen. Sie ermöglicht ihm eher, die Leiden eines anderen Lebewesens wie seine eigenen zu fühlen und - in Wechselwirkung zwischen Körperlichkeit (Gefühle) und Intelligenz entsteht das Mitleid - eine Rettung zu versuchen. Eine notwendige Kraft ist dabei die konkrete Wahrnehmung des Adressaten. Dies erklärt, warum unter gebildeten, moralisch erzogenen Menschen das Morden selten ist, während im Krieg Kanonenschützen wie Bomberpiloten kaum Hemmungen zeigen. Auf der gegen die Menschen in Japan gerichteten Atombombe stand: "... mit Liebe und Küssen."

Das gute Leben hat als Basis die Körperlichkeit, daher erwartet jedes Leben sein Absterben. Dies zeigt,  dass nicht ein "ewiges Wiederholen" (NIETZSCHE) unsere Welt kennzeichnet, sondern ein Anfang und das Ende.

Anfang und Ende, dazwischen die Lebenszeit. Was lässt sich zum Begriff der Zeit sagen? Die Zeit scheint etwas Absolutes zu sein, vom Menschen unabhängig, doch gilt auch für die vom Menschen wahrgenommene Zeit sein Relativismus: Die Kräfte der Welt existieren als sich ständig verändernde Systeme. Ihre Abläufe bilden die Grundlage der vom Menschen wahrgenommenen Zeit. Erde und Sonne etwa bilden ein Kräfte-System, dessen Veränderungen - aus der Sicht des Menschen - Monate, Tage und Stunden ergeben. 

Die Zeitpunkte der Vergangenheit sind zu definieren und zu beschreiben als Kräfte-Systeme, die so nicht mehr existieren. Dem zurück schauenden Menschen sind auch hier nur Approximationen möglich. Die weltweiten Lebensstrukturen der Menschen zu einem ausgewählten Zeitpunkt, sie sind nur sehr verkürzt zu erkennen und zu beschreiben. Die Beschränkung auf das, was aus der Vergangenheit heute noch merklich nachwirkt, also die Gegenwart mit erklärt, ist eine solche Approximation der Geschichtswissenschaft.

Aus der Vergangenheit lässt sich daher lernen. Ein Beispiel: Der römische Kaiser Hadrianus verzichtete darauf, das römische Reich durch Eroberungen weiter auszudehnen. Er ließ allerdings weiter Geld je nach politischem Bedarf prägen, ohne zu berücksichtigen, dass Geldmenge und produzierte Waren in einem ausgeglichenem Verhältnis stehen sollten. Während bis dahin das überschüssige Geld in die neu eroberten Gebiete schadlos abfloss, verursachte es nun unter ihm und seinen Nachfolgern eine stetig zunehmende Inflation.

So wird teilweise deutlich, warum bei der aktuell weit überschüssigen Geldvermehrung der amerikanischen und europäischen Zentralbanken es bisher nicht zu den erwarteten Inflationen kommt: die Entwicklungsländer bringen im Gefolge der Globalisierung eine Ausweitung des Geltungsgebietes von Dollar und Euro. Beide Währungen sind, dies wachsend, globale Handels - und Reservewährungen, privat und öffentlich.

Die Zukunft ist zu definieren als Kräfte-System, das so noch nicht existiert. Hier sind erst recht nur Approximationen möglich. Es gehört zum Wesen der Zukunft, dass sie die menschliche Erkenntniskraft überfordert, schon weil die Zukunft aus Kräfte-Systemen bestehen wird, die nicht nur aus Notwendigkeiten - ihre Ergebnisse sind vorhersagbar -, sondern auch aus einem Anteil menschlicher Freiheit wie auch unvorhersehbaren Ereignissen (Zufälligkeiten) entstanden sind.

Zwischen Vergangenheit und Zukunft liegt die Gegenwart. Da sich die Welt für die menschliche Erkenntniskraft unfassbar weit und unfassbar schnell ändert, kann selbst die Gegenwart nur subjektiv definiert werden. Gegenwart für einen Menschen ist das, was er selbst als Gegenwart erkennt und empfindet.

Geht es um die Lebenszeit steht das Kind noch am Anfang, es bedarf der geplanten Entwicklung hin zur Selbstständigkeit, wie geschrieben, zu einer "Sonne". Die naturgegebenen Ziele des Kindes, insbesondere der Drang nach Unabhängigkeit in Entscheidungen, machen jede verbale Steuerung von außen schwierig, also jede Veränderung durch das an sich erwünschte Argumentieren.  Klug ist daher das Bedingungs-Management: Man schaffe bewusst und im Schwerpunkt günstige Bedingungen, die gutes Leben unterstützen und aufbauen. Die Bedingungen werden dann vom Heranwachsenden als die wirkenden Kräfte wahrgenommen, weniger die ihnen zugrunde liegenden Argumente der Erwachsenen.

Eltern sollten bedenken, dass Kindergarten und Schulen dem einzelnen Kind gegenüber grundsätzlich überfordert sind. Die Eltern, zusammen oder getrennt, sie selbst haben mit Akteure des individuellen Bedingungs-Management zu sein. Sie achten auf seine Gesundheit, zeigen dem Kind warmherzig und stetig ihre Liebe, lassen ihm konstruktive Freiheit, sorgen materiell. Bildend und erziehend  erzählen sie vom Leben, lesen vor, besprechen Probleme des Alltags; ermöglichen intensiver das Malen, Kneten, Basteln, sie organisieren Sport und Musikunterricht. Nicht alles wird vom Kind angenommen, manches sogar hart abgelehnt, aber so zeigen sich und erlebt es seine ihm eigenen Talente, die es dann selbst mit Freude und Erfolg weiter entwickelt. Was wäre Mozart - den manche als Gottesbeweis ansehen -  ohne seinen Vater?

Generell gilt aber, dass das Argumentieren unter Menschen den anderen Formen der Kommunikation, der Wissensvermittlung und des Lernens vorzuziehen ist,  also - wie im Buch ausgeführt und belegt - dem Modelllernen, dem Konditionieren, den physischen und chemischen Bedingungen.  Die größte Wirkung ist allerdings stets zu erzielen, wenn unter der Führung des Argumentierens die weiteren Methoden mitwirken.

 Ein Beispiel: Das Satelliten-Fernsehen hat es den Menschen in unterentwickelten Ländern weltweit ermöglicht, zu beobachten, wie gut man in den Industriestaaten lebt. So möchten sie auch leben. Viele spornt das an, etwa in Asien, andere aber reagieren gewalttätig gegen die scheinbare Ungerechtigkeit. Sie sehen in den Medien, was sie selbst auch möchten (Modelllernen), aber man erklärt ihnen nicht hinreichend (Argumentieren), was den Reichtum in den Industrieländern ausmacht: auch die Bereitschaft intensiv zu lernen, um  marktgerecht arbeiten und produzieren zu können.

Die Kräfte Gesundheit, Liebe, Freiheit und Geld (Materiales) bestimmen das gute  Leben, zur Wirkung gebracht durch Bildung und (Selbst-) Erziehung. Die Gesundheit bildet die Basis. Was sagen uns Erfahrung und Nachdenken über die Gesundheit? Seit zumindest hunderttausenden an Jahren hat sich der menschliche Körper entwickelt, als Sammler und Jäger, also durch Gehen und Laufen.

Die Gleichförmigkeit, die Regelmäßigkeit solcher Bewegung braucht der Mensch folglich. Doch das genügt nicht, seine Muskeln wollen auch als Kraft gegen andere Kräfte trainiert sein.Schließlich geht es auch darum, beweglich zu bleiben. Hierzu genügt ergänzend eine Minute täglich: alles, was sich am Körper drehen lässt, dazu kleine Hüpfer aus der Hocke.

Weil Gesundheit die Basis des guten Lebens ist, sei hier genauer, aber emotional widerstrebend ein Beispiel beschrieben: Ein 80jähriger wird bewundert ob seines aktiven Lebens. Er erklärt sich das so: Nach Jahrzehnten mit lähmender chronischer Bronchitis, mit zahllosen erfolglosen ärztlichen Behandlungen (Die Medizin versteht nicht alles, hat aber für alles einen beeindruckenden Namen) verlegt er in eigener Entscheidung seinen Wohnort in eine Gegend mit bester, nebelfreier Luft. Nach einem Jahr ist er gesund. Als einziger von vier Geschwistern raucht er nicht und trinkt keinen Alkohol. Als einziger überlebt er. Er isst wenig Fleisch, aber mehrmals am Tag Obst und Gemüse; nimmt gegen Gedächtnisschwäche jeden Tag eine Kapsel Gelee Royal, dazu Vitamin D; er achtet auf ausreichenden Schlaf; auf sein Normalgewicht; macht täglich ein wenig Gymnastik; trabt jeden Tag etwa 30 Minuten auf Waldwegen; hat alte und neue Ziele, die ihm Spaß machen - und kann die erfolgreich anpacken.

Umwelt

Der Mensch hat sich aus der Natur heraus entwickelt. Die Evolutionstheorie lehrt uns, dass stets jenes Lebewesen am wahrscheinlichsten Nachkommen weitergab (bis hin zum Menschen), das am besten, seine Existenz sichernd, auf die Kräfte, auf die Bedingungen seiner Umwelt reagiert hat. Der heutige Mensch hat deshalb ein grundsätzliches Interesse daran, dass diese Bedingungen sich nicht verändern. Veränderungen der Umwelt sind deshalb besonders kritisch zu prüfen und nur vorsichtig umzusetzen. Nur wenn sie nachhaltig Existenzsicherung und/oder Existenzerweiterung bedeuten, unter der Maßgabe des gemeinsam guten Lebens, sind sie gerechtfertigt.

Umweltprobleme, die durch die komplexen Wechselwirkungen zwischen Mensch und Natur entstehen, sind globale Gefahren. Industrialisierung zieht existenzielle Probleme nach sich, nicht nur Fortschritt, wenn sie etwa mit Luftverschmutzung einhergeht. Chinesen, im Jahr 2015 auf einem europäischen Flughafen gelandet, legen zögernd nach und nach ihren Atemschutz ab, verwundert über die ungewohnt harmlose Qualität der Luft. Rohstoffabbau und Rohstoffaufbau, zum Beispiel die Abholzung der Wälder oder intensive Landwirtschaft, sie bringen nicht nur Vorteile für das Leben, sie sind potenzielle Gefahren für Tier und Mensch. __________________________________________________________________________________________